Zum Internationalen Kindertag: Kinderrechte gehören ins Grundgesetz, Armut und Zukunftsangst gehören wirksam bekämpft!

Zum heutigen Kindertag erklärt der kinder- und jugendpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Christian Albrecht:

 

Wir wünschen heute allen Kindern einen schönen Kindertag. 

 

Doch während wir den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft heute alles Gute wünschen, müssen wir gleichzeitig den Realitäten ins Auge blicken: Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut bedroht – in Mecklenburg-Vorpommern liegen die Zahlen regional sogar noch höher. Das ist kein persönliches Versagen, sondern ein politischer Skandal. Armut im Kindesalter verbaut Lebenswege, schränkt Bildungschancen ein und macht krank.

 

Hier bei uns in Mecklenburg-Vorpommern packen wir die Unterstützung der jungen Generation ganz konkret an: Mit der beitragsfreien Kita entlasten wir Familien massiv, und durch das Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz sowie das Wahlalter ab 16 sichern wir der Jugend echte politische Mitsprache. Doch das Land kann die großen strukturellen Krisen nicht im Alleingang lösen – auch die Bundesregierung muss endlich liefern.

 

Um Kindern und Jugendlichen endlich die Priorität einzuräumen, die sie verdienen, müssen Kinderrechte jetzt ohne Wenn und Aber im Grundgesetz verankert werden. Es reicht nicht aus, das Kindeswohl nur unverbindlich zu erwähnen; diese Rechte müssen explizit und einklagbar sein, damit die Interessen von Kindern und Jugendlichen bei allen politischen Entscheidungen echtes Gewicht haben. Gleichzeitig braucht es endlich eine existenzsichernde Kindergrundsicherung auf Bundesebene, die diesen Namen auch verdient und die Armut an der Wurzel packt.

 

Ein ebenso dringendes Alarmsignal ist die Situation der psychischen Gesundheit junger Menschen. Die Krisen der letzten Jahre haben tiefe Spuren hinterlassen, sodass immer mehr junge Menschen unter Zukunftsängsten, Depressionen oder Perspektivlosigkeit leiden. Hier dürfen wir nicht länger wegschauen. Es braucht deutlich mehr Therapieplätze ohne monatelange Wartezeiten statt gekürzte Honorare für Therapeut:innen, die die Versorgung noch weiter gefährden.

 

Ein reiches Land wie Deutschland darf es sich nicht leisten, die Zukunft seiner Kinder zu verspielen. Wir müssen jetzt konsequent investieren: in eine beitragsfreie Bildung von der Kita bis zum Abschluss, in eine krisenfeste soziale Infrastruktur und vor allem in die psychische Gesundheit der Jugend. Jeder Euro, den die Politik heute bei Kindern und Jugendlichen einspart, kostet uns morgen ein Vielfaches an gesellschaftlichem Zusammenhalt.“