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Zuckergehalt in Lebensmitteln zu senken, ist kein Verbot, sondern geboten

Zur aktuellen Debatte um die Senkung des Zuckergehaltes in Lebensmitteln, insbesondere für Kinder und Jugendliche, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin

„Die deutschlandweite Debatte um eine Senkung des Zuckergehaltes in Lebensmitteln ist notwendig und eine Lösung längst überfällig. Und um es ganz deutlich zu sagen, es geht nicht um ein Verbot, sondern um die Reduzierung des Zuckergehaltes in Lebensmitteln für Kinder und Erwachsene. Die Kampagne des Lebensmittelverbandes ‚Kein echter Norden ohne Zucker‘ ist deshalb völlig überzogen und irreführend. Die Auswirkung von zu viel Zucker auf den menschlichen Körper ist jedoch hinlänglich bekannt. Zucker gilt als einer der maßgeblichen Treiber unter anderem für Adipositas, Diabetes 2, Karies, Herz-Kreislauf- sowie nervale Erkrankungen. Der viel zu hohe Zuckerkonsum in Deutschland führt neben den individuellen gesundheitlichen Problemen für die Betroffenen zu hohen Gesundheitskosten und auch zu bedeutenden Ausfällen in der Wirtschaft.

 

Im Zentrum der aktuellen Diskussion in Deutschland steht der Zuckergehalt in Soft- und Energiedrinks, denn über diese wird inzwischen mehr Zucker konsumiert als über Süßwaren. Deutschland steht unter den zehn größten Ländern Westeuropas auf Platz eins beim Verbrauch zuckerhaltiger Getränke. In mehr als 100 Ländern weltweit gibt es eine nationale Abgabe auf mindestens eine Art zuckergesüßter Getränke. In mehr als 50 Ländern gibt es eine Zuckersteuer, zum Beispiel in Norwegen seit 1981, in Lettland seit 2004, in Finnland und Ungarn seit 2011, in Belgien, Estland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Lettland, Polen, Portugal und Spanien.

 

Im Jahr 2024 sprachen sich Verbraucherschutzminister aus neun Bundesländern für die Einführung einer Abgabe auf Zucker aus und haben die Bundesregierung gebeten, die Einführung einer Altersgrenze ab 16 Jahre für Energydrinks und ähnliche Produkte zu prüfen, wie es sie in Schweden, Norwegen, Polen, Estland, Lettland und Litauen bereits gibt.

 

Meine Fraktion fordert die Bundesregierung auf, in diesem Sinne aktiv zu werden und in einem ersten Schritt eine Abgabe sowie die Altersbegrenzung einzuführen. Eine Steuer würde die Produkte verteuern, aber nicht gesünder machen und zudem als allgemeine Einnahme an den Haushalt fallen. Eine Abgabe wäre zweckgebunden und sollte nach unserer Vorstellung für die Gesundheitsprävention sowie die Dämpfung der Gesundheitskosten, die durch den Zuckerkonsum verursacht werden, verwendet werden. In weiteren Schritten wären ein Werbeverbot und die Ausweitung der Abgabe auf weitere Produkte zu prüfen.  

 

Es ist Zeit, zu handeln. Jeder Tag ohne Abgabe und Altersgrenze führt zu weiteren Erkrankungen und mehr Betroffenen und widerspricht unserem/dem Schutzgebot für Kinder und Jugendliche.“

 

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