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Wenigstens ein positiver Trend: Immer mehr junge Menschen verweigern den Wehrdienst

Zu den steigenden Zahlen der Anträge auf Kriegsdienstverweigerungen in Deutschland erklärt der friedenspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Koplin:

„Während die Merz-Regierung die Gesellschaft Schritt für Schritt auf Kriegstüchtigkeit und Auslandseinsätze in Krisengebiete trimmt, ziehen viele junge Menschen offenbar vernunftgeleitete Schlüsse: Sie sagen Nein zum Militär und das so entschieden wie seit Jahren nicht mehr. Nach den Zahlen des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ist die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung in den letzten Jahren regelrecht explodiert: 2023 waren es etwas mehr als tausend, 2024 bereits deutlich über zweitausend, 2025 dann fast viertausend – der höchste Stand seit Aussetzung der Wehrpflicht. Allein im ersten Quartal 2026 haben schon wieder mehrere tausend Menschen einen Verweigerungsantrag gestellt.

‚Ich kenne drei Leute, die im Ernstfall nicht ihre Haut hinhalten: Ich – und die beiden Feldjäger auf meinen Fersen.‘ Frei nach diesem Motto ziehen immer mehr junge Menschen die Konsequenzen und verweigern ihren Wehrdienst aktiv. Das ist keine Verantwortungslosigkeit, das ist verantwortungsbewusste Verweigerung: Sie lassen sich nicht einspannen in eine als strategisch postulierte Politik der Aufrüstung, Drohgebärden und Militäreinsätze.

Mit der Rückkehr der Musterung und den neuen Wehrdienstplänen versucht die Bundesregierung, die Normalität des Militärischen wieder in die Köpfe zu hämmern, mit Fragebogen, Tauglichkeitsuntersuchung und der Drohkulisse einer ‚Bedarfswehrpflicht‘. Die Botschaft an die Jugend lautet: Macht euch bereit, ihr werdet gebraucht, nicht für bessere Schulen oder Krankenhäuser, sondern für Kasernen und Kampfeinsätze.

Umso bemerkenswerter ist es, dass eine wachsende Zahl junger Menschen genau diese Logik nicht akzeptiert. Sie verweigern, statt zu marschieren. Sie stellen Gewissen über Gehorsam, Menschenleben über Militärlogik. In einer Zeit, in der Rüstungshaushalte wachsen, Kriegsrhetorik zunehmend den Alltag beherrscht und jeder Zweifel als ‚naiv‘ diffamiert wird, ist massenhafte Kriegsdienstverweigerung ein ermutigendes Signal: Diese Gesellschaft ist noch nicht bereit, sich kampflos an die Kriegsfähigkeit auszuliefern.

Die Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern solidarisiert sich ausdrücklich mit allen, die den Kriegsdienst verweigern, und fordert eine Politik, die auf Diplomatie, Abrüstung und soziale Sicherheit setzt, statt auf militarisierte Symbolpolitik und Druck auf junge Menschen. Die Jugend ist klüger, als es der Merz-Regierung lieb sein kann. Sie verweigert den abverlangten Gehorsam – und das ist in diesen Zeiten vielleicht die wichtigste Form von Zivilcourage.“

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