Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz konsequent stärken

Zum Umgang mit dem Wintereinbruch in MV erklärt der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, Dr. Daniel Trepsdorf: 

„Nach dem Wintereinbruch in Mecklenburg-Vorpommern stehen viele Bürger:innen erneut vor der Herausforderung, ihrer Räum- und Streupflicht nachzukommen. Gleichzeitig drohen in zahlreichen Kommunen empfindliche Bußgelder von teils bis zu 1.300 Euro, wenn verbotener Streusalz-Einsatz festgestellt wird. Unsere Fraktion weist darauf hin, dass Verbote und Sanktionen allein nicht ausreichen, und fordert eine stärkere Unterstützung umweltfreundlicher Alternativen.

Wer sichere Gehwege will, muss den Menschen praktikable und ökologische Lösungen an die Hand geben – nicht nur mit Bußgeldandrohungen reagieren. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern, in dem viele Anlieger:innen selbst für Gehwege verantwortlich sind, brauche es klare Informationen, Beratung und auch kommunale Unterstützung. 

Hintergrund der Einschränkungen beim Streusalz ist dessen erhebliche Umweltbelastung. Salz gelangt mit dem Schmelzwasser in Böden und Gewässer, wo es sich langfristig anreichert. Straßenbäume, Sträucher und andere Pflanzen werden geschädigt, da ihre Wurzeln Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen können. Auch Tiere leiden: Haustiere bekommen gereizte Pfoten, Wildtiere verlieren durch versalzte Böden Lebensräume. Diese Schäden entstehen schleichend, wirken jedoch über Jahre – ein Preis, den Umwelt, Bürger:innen und Kommunen am Ende gemeinsam zahlen. 

Aus unserer Sicht ist deshalb klar: Der Verzicht auf Streusalz ist richtig, muss aber sozial und pragmatisch durchgesetzt werden. Umweltfreundliche Alternativen stehen längst zur Verfügung und sollten stärker gefördert und bekannt gemacht werden. 

Ein rücksichtsvoller Winterdienst, der die Sicherheit aller stärkt, darf kein Geldproblem sein. Wenn der Einsatz von Streusalz untersagt ist, müssen umweltverträgliche Alternativen bezahlbar, verfügbar und bekannt sein.

Die Linksfraktion wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Umwelt- und Klimaschutz nicht gegen die Interessen der Bürger:innen ausgespielt werden. Sichere Wege im Winter und der Schutz von Natur, Tieren und Gewässern gehören zusammen. Statt hoher Strafzahlungen braucht es deshalb vor allem Aufklärung, Unterstützung und eine konsequent ökologische Ausrichtung des Winterdienstes im ganzen Land.“