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Guter Journalismus braucht gute Löhne!

Zu den heutigen Streiks der Beschäftigten beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) erklärt der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:

„Nachdem der NDR das Angebot der Gewerkschaft ver.di zu einem Verhandlungsgespräch hat verstreichen lassen, legen die Beschäftigten heute zwischen 11:30 und 14:00 Uhr die Arbeit nieder. Das ist zwar an den Empfangsgeräten nicht spürbar, aber dennoch ein wichtiges Signal.

Seit Jahren wird im NDR der Rotstift angesetzt und das Programm eingedampft. Dokumentationen werden kürzer, regionale Berichterstattung auf ein Minimum reduziert und Mitarbeitende mit dem Verweis auf die finanzielle Lage mit Nullrunden abgefertigt. Das Zwei-Klassen-System mit Festangestellten und freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschlimmert die Lage zusätzlich.

Die Forderungen nach mehr Lohn für Festangestellte und höheren Honoraren, längeren Vertragslaufzeiten für Freie sowie die unbefristete Übernahme von Auszubildenden können nur der Anfang einer erforderlichen Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) sein. Es darf nicht länger sein, dass sich freie Journalistinnen und Journalisten als eine Art intellektuelle Tagelöhner verdingen – ohne Aussicht auf finanzielle und berufliche Sicherheit.

Auch vor dem Hintergrund der Verantwortung des ÖRR für die politische Meinungsbildung und Orientierung ist der spürbare Rückzug des NDR aus der Fläche kontraproduktiv. In Zeiten der zunehmenden falschen, Fehl- und KI-generierten Informationen ist eine kritische und fundierte Berichterstattung das A und O einer funktionierenden Demokratie. Der Warnstreik sollte deshalb auch als Anstoß begriffen werden, das Kerngeschäft des NDR, die kleinteilige, regionale und kritische Berichterstattung auch in den kommenden Jahrzehnten zu sichern – und damit auch die unabhängige Finanzierung der vierten Säule im Staat.“

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