Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas werden weiter entlastet – Betreuungsqualität erhöht
Zum Vorschlag der Gewerkschaft Verdi für einen besseren Betreuungsschlüssel in den Kitas des Landes erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Der Dienstleistungsgewerkschaft gebührt Dank für ihr Engagement zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Kitas. Sie rennt damit bei Bildungsministerin Simone Oldenburg offene Türen ein. Die weitere Entlastung der Erzieherinnen und Erzieher sowie die Verbesserung der Qualität stehen bei ihr ganz oben auf der Agenda.
Es besteht Einigkeit darüber, dass eine Absenkung der Fachkraft-Kind-Relation in Krippe, Kita und Hort richtig und wichtig ist. Aber wir müssen realistisch bleiben. Die von Verdi geforderten Betreuungsschlüssel lassen sich in naher Zukunft leider nicht realisieren. Weder verfügt das Land über die dafür notwendigen Fachkräfte noch können diese in absehbarer Zeit ausgebildet werden, schlicht weil es nicht genug junge Menschen gibt. Das Bildungsministerium legt deshalb besonderes Augenmerk auf die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften. Dazu gehört zwingend auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen wie die Absenkung des Fachkraft-Kind-Schlüssels in der Kita. Im Rahmen der Fachkräfteoffensive wird u. a. der Fachkräftekatalog um Personen erweitert, die einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss im pädagogischen Bereich haben. Sukzessive bauen wir die Ausbildungskapazitäten aus und machen die Ausbildung attraktiver. Zudem wird der Einsatz von Alltagshelferinnen und -helfern gesetzlich verankert, damit sich die Fachkräfte noch stärker auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können. Um mehr Azubis als staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher für 0- bis 10-Jährige zu gewinnen, erhalten diese eine angemessene Ausbildungsvergütung. Zudem erfolgt eine Nicht-Anrechnung von Auszubildenden in den ersten beiden Ausbildungsjahren auf den Fachkräfteschlüssel. Diese Maßnahmen entlasten das pädagogische Personal und ermöglichen die Einstellung von rund 260 zusätzlichen Erzieherinnen und Erziehern bis Ende 2025.
Mit der Novelle des Kindertagesförderungsgesetzes werden weitere Qualitätsverbesserungen verankert, darunter eine Senkung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses von 1:15 auf 1:14. Dies soll das Betreuungsangebot verbessern und die Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen und Erzieher attraktiver gestalten. Der damit verbundene Mehraufwand beläuft sich auf 11,8 Mio. Euro pro Jahr.
Die Fachkräfteoffensive der Landesregierung zeigt bereits Wirkung. Zum Schuljahr 2023/2024 haben über 380 neue Erzieherinnen und Erzieher ihre Ausbildung begonnen, eine Steigerung von über 80 Prozent gegenüber dem letzten Schuljahr.
Der Landtag unterstützt zudem die Werbekampagne des Landes ‚Großes schaffen für die Kleinsten‘. Diese Kampagne zielt darauf ab, die Qualität der frühkindlichen Bildung sowie die Ausbildung- und Arbeitsbedingungen weiter zu erhöhen und die Entwicklungsmöglichkeiten für Fachkräfte aufzuzeigen. Ziel ist es, die bereits im Land beschäftigten Fachkräfte zu halten und ihnen Perspektiven und Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung aufzuzeigen.“
