Krankenhausversorgung muss den Bedürfnissen der Patient:innen entsprechen
Zu den Umfrageergebnissen der Technikerkrankenkasse (TK) zum Krankenhauswesen in M-V erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Koplin:
„Die Mehrheit der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt strukturelle Veränderungen an den Krankenhäusern im Land. Die Behandlungsqualität muss im Vordergrund stehen, wofür bei planbaren Operationen auch eine weitere Anfahrt in Kauf genommen wird. Wenn in spezialisierten Häusern komplexe Behandlungen besser abgesichert werden können, dann findet das die Zustimmung vieler.
Eine Reform der Krankenhauslandschaft ist vor allem im Westen Deutschlands überfällig. Mecklenburg-Vorpommern hat seine Hausaufgaben in den 1990er- und 2000er-Jahren gemacht. Deshalb wollen wir die Krankenhausstandorte in unserem Bundesland erhalten, um so eine wohnortnahe Grundversorgung sicherstellen zu können. Neben der medizinischen Versorgung sind Krankenhäuser auch Ausbildungsstätten, Arbeitgeber sowie Standortfaktoren und haben darüber hinaus eine identitätsstiftende Funktion.
Allerdings ist Gesundheit in Deutschland zu einer Ware geworden. Privat geführte Krankenhaus- und Pharmakonzerne schütten auf Kosten der Beitragszahlenden hohe Gewinne aus und entziehen diese dem Gesundheitssystem. Das und der ökonomische Druck müssen ein Ende haben. Die gemeinwohlorientierte Versorgungsfunktion der Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärzteschaft und Apotheken muss wieder in den Mittelpunkt rücken und die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden. Die Patientenrechte müssen weiter ausgebaut und die Prävention gestärkt werden. Außerdem muss es eine bessere Verzahnung von ambulanten und stationären Leistungen geben. Erst wenn diese Faktoren ausreichend Berücksichtigung finden, kann die gegenwärtige Krankenhausreform wesentlich dazu beitragen, die stationäre medizinische Versorgung auch in M-V zukunftsfest aufzustellen.“
