Großflächenwerbung für klimaschädliches Verhalten in Schwerin einschränken
Die Fraktion Die Linke in der Stadtvertretung Schwerin hat einen Antrag eingebracht, der die Einschränkung von klimaschädlicher Werbung im öffentlichen Raum vorsieht. Ziel ist es, insbesondere großformatige Werbeflächen künftig stärker zu regulieren, wenn sie emissionsintensive Konsum- und Lebensweisen fördern.
Die Stadtvertretung soll nach dem Willen der Fraktion den Oberbürgermeister beauftragen, gemeinsam mit der Verwaltung ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten und umzusetzen. Im Fokus stehen Werbeinhalte, die klimaschädliches Verhalten normalisieren oder verstärken – etwa Werbung für Flugreisen, Fast Fashion oder importierte Lebensmittel mit hohem Transportaufwand.
„Werbung beeinflusst unser Verhalten stärker, als vielen bewusst ist. Wenn klimaschädliche Lebensstile im öffentlichen Raum permanent als selbstverständlich dargestellt werden, prägt das gesellschaftliche Normen“, erklärt der Dr. Daniel Trepsdorf, stellv. Fraktionsvorsitzender. „Wir wollen, dass Schwerin hier Verantwortung übernimmt und nachhaltige Alternativen sichtbarer macht.“
Die Fraktion stützt ihren Vorstoß auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Studien aus der Umweltpsychologie zeigen, dass soziale Normen und äußere Einflüsse – wie Werbung – das Verhalten der Menschen maßgeblich beeinflussen. Auch internationale Klimaberichte betonen die Bedeutung von Verhaltensänderungen und gesellschaftlichen Narrativen für wirksamen Klimaschutz.
Angesichts konkreter Klimafolgen vor Ort sieht Die Linke zusätzlichen Handlungsbedarf. Zunehmende Starkregenereignisse, Belastungen der Seenlandschaft, häufigere Hitzewellen sowie sinkende Grundwasserspiegel seien bereits heute oder perspektivisch auch in Schwerin spürbar.
Andere europäische Städte gehen bereits voran: In Metropolen wie Amsterdam, Den Haag oder Grenoble wurden Einschränkungen für klimaschädliche Werbung beschlossen oder umgesetzt. Diese Beispiele zeigen nach Ansicht der Fraktion, dass auch auf kommunaler Ebene wirksame Maßnahmen möglich sind.
Der Antrag sieht unter anderem vor:
- ein Verbot von Werbung für Flugreisen auf öffentlichen Flächen,
- Einschränkungen für Werbung importierter Lebensmittel außerhalb der Saison,
- strengere Regeln für Werbung im Bereich Fast Fashion,
- sowie die Reduktion von Werbung, die Wegwerfkultur fördert.
Dabei betont Die Linke, dass regionale Wirtschaftskreisläufe nicht benachteiligt werden sollen. Vielmehr gehe es darum, nachhaltige Geschäftsmodelle zu stärken und faire Rahmenbedingungen zu schaffen.
„Es geht nicht um pauschale Verbote, sondern um eine bewusste Gestaltung des öffentlichen Raums“, so Dr. Trepsdorf weiter. „Schwerin kann ein klares Signal senden: für Klimaschutz, für Verantwortung und für eine lebenswerte Zukunft.“
