Ganztag für alle: Mecklenburg-Vorpommern setzt Maßstäbe im KiföG
Zum Kabinettsbeschluss der Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Jeannine Rösler:
„Mit der Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes setzt Mecklenburg-Vorpommern einen weiteren Meilenstein in der Bildungspolitik. Die Linksfraktion bewertet die Reform als einen klaren politischen Erfolg für die Familien. Was hier umgesetzt wird, ist nicht nur die formale Einbettung des bundesweiten Ganztagsanspruchs – es ist eine qualitative Weiterentwicklung unseres gesamten Systems der Kindertagesförderung.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 77,5 Prozent aller Grundschulkinder in Mecklenburg-Vorpommern besuchen einen Hort. Gleichzeitig stehen im Land rund 51.000 Plätze in der Kindertagesförderung zur Verfügung – jedes Kind erhält einen Platz. Diese flächendeckende Versorgung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Ergebnis jahrelanger Investitionen in Personal, Infrastruktur und Beitragsfreiheit. Mecklenburg-Vorpommern gehört bundesweit zu den Ländern mit der höchsten Versorgungsquote und mit einer klar sozial ausgerichteten Finanzierung.
Mit der Gesetzesänderung wird der bundesgesetzliche Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise umgesetzt – und zwar so, dass er den Familien tatsächlich zugutekommt. Künftig erhalten anspruchsberechtigte Kinder automatisch einen Betreuungsumfang von 40 Wochenstunden – inklusive der Schulzeit und ausdrücklich auch während der Ferien. Nur wenn ein Betreuungsumfang von 50 Wochenstunden benötigt wird, ist weiterhin eine Bedarfsprüfung vorgesehen. Damit wird das System deutlich vereinfacht, ohne die bedarfsgerechte Ausweitung für Eltern mit höherem Zeitbedarf einzuschränken.
Besonders hervorzuheben ist ein Kernanliegen linker Familienpolitik: Der Hort bleibt ebenso beitragsfrei – für alle Kinder. Und zwar ausdrücklich auch für Kinder mit Beeinträchtigungen. Beitragsfreiheit trägt also weiterhin zur finanziellen Entlastung von Familien bei – Monat für Monat. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten ist das ein starkes Signal.
Die Reform stärkt darüber hinaus die Qualität und die strukturelle Zusammenarbeit im Ganztagsbereich. Die Kooperation zwischen Schule und Hort wird verbindlicher und systematischer gestaltet. Kooperationsvereinbarungen werden ausgebaut, Übergänge zwischen Unterricht und Hort klarer geregelt und pädagogisch abgestimmt. Zusätzliche Zeitkontingente für die Koordination unterstützen die Einrichtungen dabei, Bildungsangebote besser zu verzahnen. Das ist ein qualitativer Fortschritt für Kinder: Hausaufgabenbegleitung, Freizeitgestaltung, soziale Entwicklung und schulische Unterstützung greifen künftig noch enger ineinander. Damit wird der Hort als Bildungsort gestärkt und als gleichberechtigter Partner der Schule anerkannt.
Die Kombination aus Verlässlichkeit, Flexibilität und sozialer Absicherung macht die Reform ausgewogen und praxisnah. Für die Linksfraktion ist das ein klarer Erfolg: für die Familien im Land, für mehr Bildungsgerechtigkeit und für eine starke, solidarische Gesellschaft.“
