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Fraktion vor Ort in Greifswald: Theater und Orchester in M-V

Am letzten Tag ihrer viertägigen Veranstaltungsreihe „Fraktion vor Ort“ standen die Theater- und Orchesterstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern im Mittelpunkt der öffentlichen Fraktionssitzung in Greifswald. Die mehrstündige Diskussion mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Theater- und Orchesterlandschaft sowie anderen Kulturschaffenden machte nach Angaben des kulturpolitischen Sprechers der Linksfraktion, Torsten Koplin, deutlich, dass eine gedeihliche kulturelle Entwicklung nicht ausschließlich unter finanzpolitischen Erwägungen erfolgen kann und darf. „Alles muss sich rechnen – dies ist offenbar das Motto des Eckpunktepapiers der Landesregierung zur Sicherung der Theater- und Orchesterstruktur in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Koplin.

Das Papier nähme billigend in Kauf, dass Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren und die kulturelle Szene massiv geschwächt werde. „Kulturabbau führt aber zu kultureller Armut und bedeutet immer auch einen Abbau von Demokratie und sozialem Engagement“, sagte Koplin. Dies stehe insbesondere auch im Gegensatz zu dem Anspruch, rechtsextremistisches Denken und Handeln zurück zu drängen. „Demokratie und Toleranz braucht Kultur in ihrer ganzen bestehenden Vielfalt“, erklärte Koplin.

Neben der hohen sozio-kulturellen Bedeutung verkennt das Eckpunktepapier der Landesregierung auch die tourismus- und wirtschaftspolitische Relevanz von Kunst und Kultur. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ist dies geradezu fahrlässig. Es ist doch längst unbestritten, dass die weichen Standortfaktoren gestärkt werden müssen, damit die Menschen in der Region bleiben und andere ins Land kommen“, so Koplin.

Die Linksfraktion hat ein eigenes Konzept vorgelegt, das zum Ziel hat, die Vielfalt der Theater und Orchester zu sichern und zu stärken. „Allein durch Umstrukturierungen und Zusammenlegungen ist dies nicht zu leisten, erforderlich ist insbesondere eine nachhaltige Finanzierung“, betonte Koplin. „Unter anderem befördert unser Konzept Kooperationen, ohne dass die Theater und Orchester ihre Eigenständigkeit verlieren, und sieht eine Dynamisierung der Mittel von jährlich 2,5 Prozent vor.“