Medien machen Meinung. Vierte Gewalt hat hohe gesellschaftliche Verantwortung
Zur jüngst veröffentlichten Studie „Fehlt da was? Perspektivenvielfalt in den öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformaten“ der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz erklärt der medienpolitische Sprecher der Linksfraktion, Michael Noetzel:
„Es ist kein Geheimnis. Die Medien haben als Vierte Gewalt im Staat eine hohe Verantwortung für Gesellschaft und Demokratie, tragen maßgeblich zur Meinungsbildung bei. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der prinzipiell unabhängig von kommerziellen Interessen arbeitet, nimmt bei der Grundversorgung der Nutzerinnen und Nutzer eine besondere Rolle ein. Allerdings sind die Öffentlich-Rechtlichen wegen diverser Skandale stark unter Druck geraten – mangelnde Kontrolle, riesige Boni und Vetternwirtschaft – die Rufe nach Reformen dieses Systems werden immer lauter.
Dessen ungeachtet kommt die Studie ‚Perspektivenvielfalt‘ u. a. zu dem Ergebnis, dass private Medien vergleichbar vielfältig berichten wie öffentlich-rechtliche Nachrichtenformate. Sie stellt auch fest, dass die Parteien rechts und links der Mitte gleichermaßen eine überwiegend negative Darstellung erfahren, und insgesamt sowohl bei den privaten als auch bei den öffentlich-rechtlichen eine negative Berichterstattung bei weitem dominiert. Die Wissenschaftler ziehen das Fazit, dass dieser Fokus nicht geeignet sei, das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik zu stärken. Eine konstruktivere Berichterstattung, die stärker auch Problemlösungen und politische Erfolge einbezieht, könnte hier sinnvoll sein. Auch das trage zur Meinungsbildung bei. Diese Ansicht teile ich persönlich – insbesondere, wenn es um die Darstellung von linken Positionen und Lösungsansätzen geht, da ist Luft nach oben.
Zweifellos leisten Printmedien nach wie vor einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung und politischen Orientierung. Pressevielfalt ist unerlässlich – gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden falschen, Fehl- und KI-generierten Informationen in den sogenannten Sozialen Medien.
Nach der Zustimmung des Bundeskartellamtes zum Verkauf der Schweriner Volkszeitung (SVZ) an den Schwäbischen Verlag erwarten wir deshalb, dass der regionale Journalismus im östlichen und westlichen Landesteil erhalten bleibt. Die beiden Zeitungen, Nordkurier und Schweriner Volkszeitung, müssen auch in ihrer eigenständigen Ausrichtung erhalten bleiben – ganz im Sinne der Perspektivenvielfalt, wie sie in der aktuellen Studie thematisiert wird.“

