Digitalisierung befördern – aber niemanden beim Behördengang abhängen
Zum heutigen Antrag der Linksfraktion und der SPD „Gleichberechtigter Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen in Zeiten der Digitalisierung“ erklärt der finanzpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Koplin:
„Digitalisierung in der Verwaltung ist kein Selbstzweck, sondern muss den Menschen dienen. Und zwar allen Menschen und nicht nur den technisch Versierten. Wir wollen den längst überfälligen digitalen Schub, aber es braucht dafür auch klare Leitplanken. Digitale Angebote müssen neue Türen öffnen, statt bestehende Türen für Menschen ohne Internetanschluss oder teure Endgeräte eiskalt zuzuschlagen. Während Berufstätige davon profitieren, Anträge bequem vom Sofa aus zu stellen, ist der Gang zum Amtstresen für viele ältere Menschen keine Nostalgie, sondern die Grundvoraussetzung, um überhaupt zu ihrem Recht zu kommen. Für meine Fraktion ist klar, dass es eine starke, bürgernahe Verwaltung braucht, die den Sozialstaat nicht zur bloßen Serviceplattform degradiert, sondern als Gesprächspartner auf Augenhöhe fungiert. Effizienzgewinne durch Automatisierung dürfen nicht für Stellenstreichungen genutzt werden, sondern müssen direkt in die persönliche Beratung und individuelle Unterstützung fließen. Wir fordern einen garantierten analogen Zugang zu allen zentralen Leistungen ohne digitalen Zwang. Die Erreichbarkeit vor Ort muss das Rückgrat unserer Verwaltung bleiben, wobei die Bedürfnisse von Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen von Anfang an das Fundament jeder Strategie bilden müssen.“
