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Die Welt am Küchentisch: Wie Gastfamilien den Schüleraustausch möglich machen 

Zur Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“ erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Jeannine Rösler:

„Manchmal beginnt internationale Verständigung ganz unspektakulär: beim Frühstück am Küchentisch, beim gemeinsamen Schulweg oder beim Fußballtraining am Nachmittag. Wenn Jugendliche aus anderen Ländern für einige Monate in Deutschland leben und Teil einer Familie werden, entstehen Begegnungen, die kein Schulbuch ersetzen kann. Genau deshalb setzt sich die Linksfraktion Mecklenburg-Vorpommern dafür ein, den internationalen Schüleraustausch zu stärken und mehr Gastfamilien für dieses Engagement zu gewinnen.

Hintergrund ist eine bundesweite Kampagne des AJA - Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch, die unter dem Motto „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“ auf den Bedarf aufmerksam macht. Wer mehrere Monate in einem anderen Land lebt, lernt nicht nur eine neue Sprache, sondern auch eine andere Kultur, neue Gewohnheiten und manchmal sogar einen ganz neuen Blick auf die eigene Heimat. Häufig bleiben die Kontakte über viele Jahre bestehen. Und genau diese persönlichen Erfahrungen sind der beste Schutz gegen Vorurteile und nationale Abschottung. Schüleraustausch ermöglicht jungen Menschen, Unterschiede nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung zu erleben.

Damit solche Erfahrungen möglich werden, braucht es Menschen, die ihre Tür öffnen und sagen: Du kannst bei uns wohnen. Gastfamilien nehmen Jugendliche für ein halbes oder ein ganzes Schuljahr in ihren Alltag auf – oft ehrenamtlich und ohne große öffentliche Aufmerksamkeit. Mehr als 85.000 Gastfamilien in Deutschland haben in den vergangenen Jahrzehnten über Programme der AJA-Organisationen Austauschschüler:innen aufgenommen. 

Demokratie lebt davon, dass Menschen einander zuhören und verstehen wollen. Wir möchten deshalb auch Familien in Mecklenburg-Vorpommern ermutigen, darüber nachzudenken, selbst Gastfamilie zu werden. Dafür braucht es kein großes Haus und keine perfekten Voraussetzungen. Wichtig sind vor allem Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, einen jungen Menschen aus einem anderen Land für eine Zeit lang am eigenen Familienleben teilhaben zu lassen.

Interessierte Familien können sich direkt beim AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch informieren. Dort gibt es Beratung zu Austauschprogrammen und Unterstützung für Familien, die ein Gastkind aufnehmen möchten. Weitere Informationen zur Kampagne finden Interessierte unter: http://www.austausch-braucht-gastfamilien.de. Internationale Austauschprogramme zeigen jeden Tag, dass Verständigung zwischen Menschen möglich ist – nicht durch große politische Reden, sondern durch Begegnungen im Alltag. Genau deshalb verdienen Gastfamilien mehr Aufmerksamkeit, mehr Anerkennung und mehr Unterstützung.“

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