Long-Covid-Betroffene brauchen bessere Versorgung und Unterstützung
Anlässlich des heutigen internationalen „Long Covid Awareness Day“ erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer und gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:
„Die Corona-Pandemie ist vorbei, aber viele Menschen leiden heute noch am Long- bzw. Post-Covid-Syndrom sowie an Post-Vac und ME/CFS, kurzgesagt an den Folgen einer Corona-Infektion oder -Impfung. Allein in Mecklenburg-Vorpommern könnten bis zu 80 000 Menschen betroffen sein. Mit dieser Erkrankung geht eine vielschichtige Symptomatik einher. Die schwerste Form einer Long-Covid-Erkrankung ist das chronische Fatigue-Syndrom, welches die Belastbarkeit der davon Betroffenen derart einschränkt, dass selbst kleinste Alltagsaufgaben nicht mehr selbstständig bewältigt werden können. Das belastet die Betroffenen selbst, aber auch ihre Familien immens, eine Rückkehr auf den Arbeitsplatz ist in diesen Fällen undenkbar.
Ärztinnen und Ärzte können die Symptomatik häufig nicht als solche erkennen und entsprechend einordnen. Eine Behandlung erfolgt oft erst verspätet, da immer noch keine ausreichenden Diagnose- und Therapiemöglichkeiten existieren. Zudem fehlt ein sogenannter ICD-Code („International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”), mit dem eine Abrechnung und Vergütung erst möglich sind. Dies ist umso unverständlicher als es ME/CFS-Erkrankungen auch schon vor Corona gab.
Meine Fraktion fordert von allen Beteiligten schnelleres Handeln. Die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen sollten ihren Handlungsspielraum nutzen, um die akute Behandlung der genannten Krankheiten zu ermöglichen. Dazu gehört auch der Aufbau spezialisierter ambulanter Versorgungsteams (SAVT) nach dem Beispiel Berlins. Wir halten es für erforderlich, dass sich die Landesregierung auf Bundesebene weiter für eine adäquate medizinische Behandlung einsetzt, und werden im April gemeinsam mit unserer Koalitionspartnerin mit dem Verein ‚NichtGenesen‘ das weitere Vorgehen beraten und dem Landtag eine Initiative vorlegen.“
