Co-Kreisvorsitzender der LINKEN Schwerin besucht progressive Geflüchtetenprojekte in Kalabrien
Wie kann humane Migrationspolitik konkret aussehen – jenseits von Abschottung, Lagerunterbringung und populistischen Schlagworten? Antworten darauf suchte der Co-Kreisvorsitzende der LINKEN Schwerin, Dr. Daniel Trepsdorf (MdL), bei einer Reise nach Kalabrien in Süditalien. Die Region an der europäischen Außengrenze gilt zugleich als strukturschwach – und als Labor für innovative Integrationsmodelle.
Wie kann humane Migrationspolitik konkret aussehen – jenseits von Abschottung, Lagerunterbringung und populistischen Schlagworten? Antworten darauf suchte der Co-Kreisvorsitzende der LINKEN Schwerin, Dr. Daniel Trepsdorf (MdL), bei einer Reise nach Kalabrien in Süditalien. Die Region an der europäischen Außengrenze gilt zugleich als strukturschwach – und als Labor für innovative Integrationsmodelle.
In Orten wie Camini und Riace zeigt sich ein alternativer Ansatz: Statt Geflüchtete isoliert unterzubringen, werden sie gezielt in entvölkerte Dörfer integriert. Leerstehende Häuser werden wieder genutzt, lokale Infrastruktur reaktiviert und wirtschaftliche Impulse gesetzt. Migration wird hier nicht als Problem, sondern als Chance für regionale Entwicklung verstanden.
Das Ergebnis ist bemerkenswert: In Camini, einem Dorf mit rund 800 Einwohner:innen, konnte durch den Zuzug internationaler Neubürger:innen die Bevölkerung stabilisiert und das Gemeinwesen belebt werden. Werkstätten, kleine Betriebe und soziale Einrichtungen entstehen neu, während Schulen und Kitas erhalten bleiben. Geflüchtete arbeiten aktiv im Dorfleben mit und bringen ihre Fähigkeiten ein – ein Ansatz, der Integration als gegenseitigen Prozess begreift. Zugleich wurde deutlich: Diese Modelle sind keine romantischen Utopien, sondern das Ergebnis harter sozialer und politischer Arbeit. Sie funktionieren nur dort nachhaltig, wo lokale Akteur:innen eingebunden sind und gesellschaftliche Unterstützung vorhanden ist. Migration braucht Gestaltung, Verlässlichkeit und eine solidarische Infrastruktur.
Auch die Schattenseiten wurden sichtbar. In anderen Teilen Kalabriens, etwa in Rosarno, sind viele migrantische Arbeitskräfte weiterhin von Ausbeutung, prekären Lebensbedingungen und Rechtlosigkeit betroffen. Hier zeigt sich, was passiert, wenn Integration nicht aktiv organisiert wird. Die Eindrücke aus Kalabrien werfen auch Fragen für Mecklenburg-Vorpommern auf: "Viele ländliche Regionen kämpfen mit Abwanderung, Fachkräftemangel und dem Rückbau von Infrastruktur.", so Trepsdorf. "Könnten Ansätze wie die „lokal eingebettete Integration“ auch hier neue Perspektiven eröffnen?
Für die LINKE Schwerin ist klar: Migration ist kein Naturereignis, sondern politisch gestaltbar. Die Beispiele aus Kalabrien zeigen, dass eine menschenwürdige, solidarische und zugleich ökonomisch sinnvolle Integrationspolitik möglich ist – wenn der politische Wille vorhanden ist. Der Besuch hat verdeutlicht: Eine andere Migrationspolitik ist machbar. Sie setzt nicht auf Abschreckung, sondern auf Teilhabe. Nicht auf Angst, sondern auf gemeinsame Entwicklung.

