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Bundeswehr darf unsere Jugend in Mecklenburg-Vorpommern nicht opfern

Zu den Plänen für neue Musterungszentren der Bundeswehr in Schwerin und Neubrandenburg erklärt der friedenspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Koplin:

„Der Osten rückt immer dann in den Fokus, wenn der Staat Soldatinnen und Soldaten braucht. Wenn es um Milliardeninvestitionen in die Rüstungsindustrie geht, ist plötzlich genug Geld da, vorzugsweise für Standorte im Osten, wo Löhne niedrig und ganze Regionen wirtschaftlich abgehängt sind. Ausgerechnet dort soll die Bundeswehr jetzt zum Ersatzarbeitgeber werden.

Das Muster ist nicht neu: In allen Kriegen waren es die Ärmsten der Armen, die für die Interessen weniger Reicher ihr Leben riskiert haben, ob in den Weltkriegen, in Korea, Vietnam oder Afghanistan. Auch heute ziehen sozial Schwächere überproportional oft in die Einsätze, während andere von sicheren Schreibtischen aus über Aufrüstung entscheiden. Daran hat sich nichts geändert.

Schon jetzt werden im Verhältnis zur Bevölkerung überdurchschnittlich viele Ostdeutsche in Auslandseinsätze geschickt. Diese Entwicklung soll nun weiter verschärft werden, indem ausgerechnet in einem Bundesland, das gerade einmal gut zwei Prozent der Bevölkerung stellt, gleich zwei der 24 bundesweiten Musterungszentren angesiedelt werden. Das ist durchschaubar: Mecklenburg-Vorpommern soll systematisch als Rekrutierungsreservoir für die Bundeswehr ausgebaut werden.

Wir sagen klar: Unsere Jugend in Mecklenburg-Vorpommern darf nicht geopfert werden, weder als vermeintlicher Jobmotor in der Rüstungsindustrie noch als billige Manövriermasse für neue Wehrdienstmodelle. Die Milliarden, die nun in Rüstung und militärische Infrastruktur gesteckt werden sollen, fehlen bei Schulen, Kitas, Krankenhäusern, im sozialen Wohnungsbau und in einer wirklichen Strukturpolitik für den Osten.

Statt neue Musterungszentren aufzubauen und mit Strafandrohungen zu arbeiten, brauchen wir Investitionen in gute Ausbildung, gute Löhne und sichere zivile Arbeitsplätze. Wir brauchen Perspektiven, die junge Menschen im Land halten, nicht Kasernen, in die sie gedrängt werden. Mecklenburg-Vorpommern darf nicht zum Rekrutierungsbecken für eine Aufrüstungspolitik werden, die wir als Linke grundsätzlich ablehnen.“ 

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