Armut bekämpfen durch Chancengerechtigkeit und Teilhabe
Zur Veröffentlichung der neuen Armutsgefährdungsquote in Mecklenburg‑Vorpommern erklärt die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Jeannine Rösler:
„Wenn statistisch jede sechste Person in Mecklenburg‑Vorpommern als armutsgefährdet gilt, ist das ein besorgniserregender Zustand – und insbesondere für viele Kinder mit erheblichen Einschränkungen und Benachteiligungen verbunden. Grundsätzlich ist die hohe Armutsgefährdung in der Bundesrepublik ein strukturelles Problem – in einem so reichen Land wie Deutschland ist es unentschuldbar, dass hunderttausende Kinder in Familien leben, deren Einkommen dauerhaft nicht ausreicht, um über die Runden zu kommen. Folglich haben die betroffenen Kinder von Anfang an schlechtere Startbedingungen. Dies ist nicht hinnehmbar.
Armut ist kein individuelles Versagen, sondern Folge einer Bundespolitik, die Armutsbekämpfung hintenanstellt. Seit Jahren warnen wir vor sich verfestigenden Armutsbiografien – gerade bei Kindern und Jugendlichen.
Wir stehen für eine chancengerechte Politik. Unser Konzept ist klar: Reichtum gerecht besteuern, Armut verhindern statt verwalten. Wir wollen eine sanktionsfreie, armutsfeste Mindestsicherung, eine Kindergrundsicherung, die wirklich vor Armut schützt. Wir streiten für höhere Löhne und mehr Tarifbindung sowie für mehr finanzielle Ressourcen in Kitas, Schulen, Ausbildung und sozialen Wohnungsbau. Es ist richtig, dass in Mecklenburg-Vorpommern Kita und Hort beitragsfrei bleiben und damit Familien deutlich entlastet werden. Frühe Förderung, starke Investitionen in Bildung, bessere Integration und mehr Prävention tragen dazu bei, allen Kindern echte Chancen und gute Perspektiven zu geben.“
