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Stilllegung von Bahnstrecken muss gestoppt werden

Zum Stilllegungsantrag von Regio Infra für die Bahnstrecken zwischen Parchim und Malchow sowie Güstrow und Plan am See erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Dr. Mignon Schwenke:

„Es ist fünf nach Zwölf. Deshalb wollen wir nichts unversucht lassen, bei SPD und CDU doch noch ein Umdenken zu bewirken, und beantragen auf der kommenden Landtagssitzung erneut, die Stilllegung zu stoppen.

Ein Aus der Bahn bedeutet weit mehr, als den Zugverkehr einzustellen. Es koppelt eine ganze Region ab und hemmt deren Entwicklung. Touristen und Tagesgäste bleiben weg, weil sie ohne Auto nicht mobil genug sind. Das gilt gerade für Menschen, die mit dem Rad unterwegs oder gehandicapt sind. Derart abgehängt kann die Region nicht mit der Metropolregion Hamburg zusammenwachsen. Dabei könnte die Bahn in Südmecklenburg das Bindeglied zwischen den Metropolen Hamburg, Berlin und auch Stettin sein und richtig profitieren. Der Saisonverkehr mit über 1200 Fahrgästen in wenigen Tagen zeigt, die Bahn wird gut angenommen.

Den politischen Willen vorausgesetzt, ist die Stilllegung noch abwendbar. Die Regierungsfraktionen von SPD und CDU müssten sich endlich im Hause Pegel Gehör verschaffen. Der Minister hat die Südbahn bereits seit Jahren abgeschrieben und ignoriert auch das SPD-Ostpapier, das vor Streckenstilllegungen warnt. Auch vor dem Hintergrund, dass ein weiteres Treffen der betroffenen Landkreise mit dem Chef der Staatskanzleichef vereinbart wurde, kommt das Stilllegungsverfahren zur Unzeit.

Unser Ziel bleibt die Wiederaufnahme des SPNV – überregional sowie mit Bus und Rufbus abgestimmt und wieder in Landesverantwortung. Regio Infra trug jahrelang Kosten in Größenordnungen, um die Strecken in Bereitschaft zu halten und ohne Einnahmen aus regelmäßigem SPNV-Bahnbetrieb zu erzielen. Jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Soforthilfe wäre durch ein mit dem Land vereinbarten Vertrag zur Trassensicherung möglich. Der sollte bis Ende 2021 befristet werden, um den Regelbetrieb mit dem SPNV vorbereiten zu können. Es geht um 400 000 Euro im Jahr, damit die Strecken so instandgehalten werden, dass jederzeit Züge – auch der Güterverkehr – fahren können.“