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Schließungen von Kinder- und Jugendferienstätten gehen weiter

Zur Antwort auf die Kleine Anfrage „Förderung von gemeinnützigen Kinder- und Jugendübernachtungsstätten nach EU-Beihilferegeln“ (Drs. 7/2630)  erklärt der tourismuspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:

 „Die Schließungswelle von Kinder- und Jugendübernachtungsstätten im Land geht weiter. Das jüngste Beispiel ist die Jugendherberge in Barth. Die Einrichtung mit Reiterhof liegt direkt am Bodden und bietet insbesondere auch Familien mit kleinerem Einkommen die Möglichkeit, abwechslungsreiche Ferien zu verbringen – inklusive der Möglichkeit, den Pferdesport kennenzulernen. Die Entscheidung des Deutschen Jugendherbergswerkes, die Einrichtung nach der Saison 2019 zu schließen, halte ich für fragwürdig. Es drängt sich der Eindruck auf, dass am Ende nur noch die Perlen im Schmuckkästchen bleiben, die ordentlich Gewinn abwerfen. Das Solidarprinzip zwischen den unterschiedlichen Häusern soll offenbar aufgegeben werden.

Insgesamt entwickelt sich M-V nach und nach zu einem Urlaubsland, das lediglich noch für gut betuchte Erwachsene und Familien Angebote zu bieten hat. Die Landesregierung sieht dieser Entwicklung und dem Sterben weiterer Einrichtungen tatenlos zu. Auch wenn Experten davor warnen, dass aufgrund wieder steigender Besucherzahlen bei Kindern und Jugendlichen später die erforderlichen Kapazitäten fehlen werden, demonstriert die Landesregierung Desinteresse.

M-V war einst das Spitzenland in dieser Sparte. Heute haben andere Länder nicht nur aufgeholt, sondern uns auch überholt. Das Land Sachsen beispielsweise steckt über einen Masterplan massiv Gelder in den Aus- und Umbau von Kinder- und Jugendübernachtungsstätten. In einer Expertenanhörung wurde kürzlich noch einmal herausgestrichen, wie wichtig Weiterbildung und Vernetzung im Kinder- und Jugendtourismus sind. Auch in dieser Hinsicht soll nichts mehr passieren. Denn wenn die Landesregierung meint, dass Vernetzung allein durch einen Katalog und eine Internetseite funktioniert, dann ist sie auf dem Holzweg.“