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Lesekompetenz in M-V noch düsterer als im Bundesdurchschnitt

Zu den Ergebnissen der aktuellen Pisa-Studie erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Der leichte positive Trend bei der Lesekompetenz in Deutschland ist in Wirklichkeit keiner, denn dieses Ergebnis kommt nur zustande, weil sich die bislang führenden Länder verschlechtert haben.

Elf Prozent der 15-jährigen können laut Studie besonders gut lesen, aber die Gruppe der besonders leseschwachen Schüler in Deutschland ist im Vergleich zu den anderen Ländern wesentlich größer. Jeder fünfte ist kaum in der Lage, einen Text zu erfassen. 

Die entsprechenden Vergleichsarbeiten in M-V zeichnen ein noch düstereres Bild. Hier sind fast 50 Prozent der Achtklässler unterhalb des Regelstandards. Und zehn Prozent sind nahezu Analphabeten. Das Argument der Landesregierung, dass die Überprüfung der Achtklässler sich auf den Stand vom Ende der neunten Klasse bezieht und somit noch ein Jahr Zeit wäre, die Lücken zu schließen, ist nicht stichhaltig. Bei allen in M-V getesteten Kinder – ob in Klasse drei, sechs oder acht – bleibt die Risikogruppe stets bei 25 Prozent. Nach Lesart der Landesregierung müsste diese Gruppe kleiner werden. Da verwächst sich nichts, denn das Frühwarnsystem kann nur funktionieren, wenn Politik auf die Signale reagiert – aber die Landesregierung bleibt untätig. 

Die Ergebnisse aller Studien zeigen, dass die Lücken bei den Kindern bleiben, wenn das Land weiter Lücken im Unterricht zulässt. Meine Fraktion fordert deshalb drei Wochenstunden mehr Deutschunterricht in der Grundschule zum Lernen, Üben und Anwenden. Hier werden die Grundlagen für den weiteren Bildungsweg gelegt.“