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Lehrermangel ist hausgemacht und lässt sich mit Bordmitteln verringern

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Lehrkräfte an öffentlichen Schulen in Voll- und Teilzeit“ (Drs. 7/5303) erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Der Lehrermangel in Mecklenburg-Vorpommern ist hausgemacht! Die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer ist inzwischen so hoch, dass nahezu 4.000 von ihnen ihre Arbeitszeit reduziert haben. Fast 60 Prozent dieser Lehrkräfte ist über 50. Sie reduzieren, weil ihnen die Belastung mit steigendem Alter zu groß wird. Das ist ein alarmierender Trend und er nimmt weiter zu. Denn jährlich verringern fast 2000 Lehrkräfte ihre Stundenverpflichtung weiter, obwohl sie bereits in Teilzeit arbeiten.
Das bedeutet, dass allein durch die in Teilzeit reduzierte Unterrichtsverpflichtung der Lehrerinnen und Lehrer etwa 560 Vollzeitstellen entspricht. Wenn mehr Lehrkräfte in Vollzeit arbeiten, würden mehrere Hundert Stellen besetzt sein. 

Seit Jahren aber schaut die Landesregierung diesem Trauerspiel nur zu. Anstatt endlich die Arbeitsbedingungen zu verbessern, werden die jährlich neu entstehenden Löcher in der Personaldecke notdürftig mit Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern geflickt. Sie stehen oft ohne pädagogische Ausbildung vor den Klassen. 
Um mehr Lehrerinnen und Lehrer für eine Vollzeittätigkeit zu gewinnen, muss die Unterrichtsverpflichtung aller Lehrkräfte um eine Stunde gesenkt, die bürokratischen Belastungen reduziert und Lebensarbeitskonten eingeführt werden. So werden die Kolleginnen und Kollegen wieder mehr die Vollzeitverpflichtungen erfüllen und auch dann Mehrarbeit leisten, wenn sie es in jungen Jahren können, weil ihnen diese im Alter, wenn sie es brauchen, gutgeschrieben wird. Mit diesen Maßnahmen lässt sich die Teilzeitquote der Lehrerinnen und Lehrer erheblich verringern und der Lehrkräftemangel allein mit Bordmitteln reduzieren.“