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Frauen und Kinder im Frauenhaus besser schützen

"Neben den diversen Formen von körperlicher und/oder sexueller Gewalt, haben 42% der in Deutschland lebenden Frauen psychische Gewalt erlebt, z.B. Einschüchterung, Verleumdungen, Drohungen, Stalking/Psychoterror. Diese Zahlen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind schockierend!", so Dr. Daniel Trepsdorf, der Fraktion Die PARTEI.DIE LINKE und Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Gesundheit und Bürgerservice der Landeshauptstadt Schwerin.  "Problematisch ist zudem, dass auch gesetzgeberisch seit Dekaden eklatante Defizite herrschen. Zum Beispiel, wenn es um die Sicherheit und die Anonymität von Frauen und deren Kindern geht, die im Frauenhaus Schutz suchen. Nach einer Übergangsfrist müssen diese mit der Klaradresse des Frauenhauses ihren Wohnsitz offenbaren. Oft können so Gewalttäter über die Kontaktversuche Dritter (Gerichte, Mobilfunk-Vertragspartner, Versicherungen, Kindergeldstellen etc.) den Aufenthaltsort betroffener Frauen ohne großen Aufwand erfahren." So können oft jene ihre Einschüchterungsversuche und Stalking-Attacken fortführen, die für die häusliche Gewalt gegenüber Frauen im Vorfeld Verantwortung tragen. Die Konsequenz: Retraumatisierung und Angsterleben der Frauen wird Vorschub geleistet der eigentlich sichere Zufluchtsort, das Frauenhaus, in dem sich engagierte Fachkräfte in Schwerin und anderswo um die Unterstützung für Frauen in belastenden Notlagen kümmern, wird nicht mehr als solches erlebt.

Eine Lösung bestünde etwa darin, wenn Frauen beispielsweise in die Lage versetzt würden, die Trägeradresse/Geschäftsstelle von "Frauen in Not, der AWO Schwerin" in der Justus-von-Liebig-Straße als Wohnadressangabe in ihren Ausweisdokumenten sowie im Postverkehr mit Dritten angeben zu können. So würde es Gewalttätern und bedrohlichen Nachstellern zumindest erschwert werden, Frauen aufzulauern
oder diese durch ihre aggressive Präsenz in der Umgebung des Frauenhauses einzuschüchtern. Die Meldebehörde könnte hier ihre Spielräume, die der Gesetzgeber durchaus zulässt, besser und sensibler als bisher ausnutzen. "Wir unterstützen die Betroffenen Schweriner Frauen in dieser besonderen Notlage und ebenso die Fachkräfte der AWO um Liane Dommer, der Leiterin des Frauenhauses der Landeshauptstadt nachdrücklich bei ihrer herausfordernden und anspruchsvollen Arbeit!", stellt Dr. Trepsdorf klar.

DIE PARTEI.DIE LINKE. fordert alle Fraktionen der Stadtvertretung auf, gemeinsam in der kommenden Stadtvertretung darauf hinzuwirken, dass diese offensichtliche Schutzlücke geschlossen wird um die Anonymität der Frauenhausbewohnerinnen weiterhin besser zu gewährleisten.