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Finanzprobleme gemeinsam und ohne Schuldzuweisung angehen

Die von Herrn Haase im Interview mit der SVZ am vergangenen Wochenende getroffenen Aussagen stoßen bei der Linksfraktion auf große Akzeptanz. "Herr Haase hat vollkommen recht, wenn er Investitionen in Schulen, Jugendhilfe und kompetente Sozialarbeit fordert. Aus diesem Grunde haben wir in Schwerin beispielsweise das Fachkräftegebot in Offenen Treffs der Jugendarbeit durchgesetzt und wollen nicht daran rütteln. Deswegen gibt unsere Stadt jährlich Millionenbeträge für den Bereich der Jugendhilfe aus", so Peter Brill, jugendhilfepolitischer Sprecher der Linksfraktion. "Die Jugendarbeit in Schwerin erfährt im Rahmen der Bildung der Trägerverbünde eine tatsächliche Neustrukturierung. Dies hat zur Folge, dass Jugendarbeit flexibler, effektiver und an den Bedarfen der Jugendlichen orientiert gestaltet werden kann. Prävention hat dabei einen hohen Stellenwert. Daher freut es mich, wenn auch Herr Haase bestätigen kann, dass die Jugendkriminalität insgesamt abnimmt", so Peter Brill weiter. Allerdings werde durch den Leiter der Kinder- und Jugendpsychatrie der Schweriner HELIOS-Kliniken ein anderer Punkt benannt, dem Peter Brill eine große Bedeutung beimisst. Natürlich koste ein Tag im Gefängnis den Steuerzahler viel Geld. Leider werden die Kosten für die Justizvollzugsanstalten beim Land verbucht, die für die präventive Jugendarbeit liegen zu einem großen Teil bei der Stadt. Peter Brill weiter: "Beide haben verschiedene Kassen. Eine den Aufgaben und Erfordernissen entsprechende finanzielle Ausstattung der Landeshauptstadt Schwerin mit Mitteln des Landes, könnte somit dem Land an anderer Stelle Kosten sparen." Leider ließe sich der Erfolg präventiver Jugendarbeit nicht in Zahlen fassen, sonst würden Finanzer mit dem Thema bestimmt anders umgehen, glaubt Peter Brill, der auch Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses ist.
Sehr treffend empfindet der jugendhilfepolitische Sprecher der Linksfraktion auch die Beschreibung der Situation junger Menschen, die er auch als immer stärker werdenden Mangel an sozialer Kompetenz benennen würde. "Es ist traurig, wenn heute Sozialbiografien vererbt werden. Die Jugendlichen, die vor einigen Jahren in Hilfeplanverfahren beraten wurden, sind heute oft Eltern von Kindern, die Hilfe durch die freien Träger und das Jugendamt benötigen. Hier müssen Lösungsansätze gefunden werden. Dabei sollten wir eine gesamtgesellschaftliche Rechnung wagen und nicht jeder nur sein eigenes Budget sehen. Nur mit einem gemeinsamen Blick über den Tellerrand werden wir diese und andere Probleme lösen können. Schuldzuweisungen nutzen uns dabei gar nichts, denn sie bringen nicht voran."